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Spendenmarathon 2020: Therapeutisches Reiten für die Zwillinge Tabea-Marie und Lea-Sophie

Die 11-jährigen Zwillingsschwestern Tabea-Marie und Lea-Sophie aus Schönberg bei Kiel leiden unter Selektivem Mutismus. Einzig mit Tieren brechen die beiden aus ihrer stummen Welt aus.

Mädchen sprechen kaum oder gar nicht

Selektiver Mutismus bedeutet, dass sie vermutlich aus Angst, nur mit ihnen vertrauten Personen sprechen. Bis vor etwa einem Jahr sprachen sie ausschließlich untereinander und mit ihren Eltern Anja und Adrian. Aus diesem Grund hat sich die Familie vor einem Jahr für eine medikamentöse Behandlung mit Fluoxetin entschieden. Dieses Medikament soll den Mädchen die permanente Angst nehmen und sie mutiger werden lassen.

Zwillinge in stummer Welt gefangen

Die gesamte Kindergarten- und Grundschulzeit über haben die Zwillinge kein Wort mit anderen Kindern, Erziehern, Lehrern, Therapeuten oder Ärzten gesprochen. Selbst den Großeltern gegenüber blieben sie verschwiegen. Bei direkter Ansprache verfielen die Mädchen häufig in eine Art Starre und reagierten gar nicht mehr auf äußerliche Reize. Die eingeschränkten Möglichkeiten mit jemanden frei und unbefangen sprechen zu können, lastet sehr auf den Kindern.

Tiere lassen die Mädchen aufblühen

Tiere haben hingegen eine wunderbare Wirkung auf beide Schwestern. So schaffen es die Mädchen in Gegenwart von Tieren ihre Scheu vor dem Sprechen nahezu völlig abzulegen. Lea ist zudem durch eine Diparese, einer Lähmung der linken Extremitäten, körperlich eingeschränkt. Im Zuge ihrer therapeutischen Maßnahmen hat sie daher mit Heilpädagogischem Reiten und Voltigieren begonnen. Das Reiten hilft ihr in Bezug auf die Spastik, ihrem Gleichgewicht, dem Muskeltonus und ihrer allgemeinen Motorik. Dabei stellten die Therapeuten fest, dass der Umgang mit den Pferden das Kind auch in der sprachlichen Entwicklung weiterbrachte. So begann Lea Stück für Stück auch ohne die Anwesenheit der Tiere mit Verwandten, Therapeuten und sogar Mitschülern zu sprechen.

Therapeutisches Reiten für beide

Die Eltern würden gerne beiden Töchtern eine Hippotherapie ermöglichen, um sie unter anderem in ihrer sprachlichen und vor allem sozialen Entwicklung weiter zu fördern. Vater Adrian ist Farmleiter und ernährt die Familie eigenständig. So bleibt am Ende des Monats nicht genug übrig, um Tabea und Lea diese Maßnahme zu finanzieren.

Radio Hamburg Hörer helfen Kindern sammelt im Spendenmarathon 2020 insgesamt 2.800 Euro, damit die Mädchen jeweils ein Jahr lang zum therapeutischen Reiten gehen können.